Fruchtbarkeit testen & Social Freezing: Was AMH-Wert und Eizellreserve wirklich sagen

Käsekuchen, Kohle – und Wissen über die eigene Fruchtbarkeit

Manchmal sage ich etwas überspitzt:

Ich wünsche mir, dass die Oma zum 18. Geburtstag mit einem Käsekuchen vor der Tür steht – und mit Geld nicht nur für den Führerschein, sondern vielleicht auch irgendwann fürs Eizellen einfrieren.

Nicht, weil jede 18-Jährige sofort ihre Eizellen einfrieren soll.

Sondern weil ich mir wünsche, dass junge Frauen viel früher verstehen, wie ihre Fruchtbarkeit eigentlich funktioniert.

Wir lernen früh, wie man nicht schwanger wird.

Wir lernen etwas über Verhütung, Zyklus und Schwangerschaft.

Aber kaum jemand erklärt uns, dass Fruchtbarkeit kein Zustand ist, der einfach unverändert bleibt, solange wir unsere Periode haben.

Und genau das glauben viele Frauen.

Ich habe meine Tage. Also bin ich fruchtbar.

So einfach ist es leider nicht.

Die Menstruation kann noch regelmäßig sein, während sich die Eizellreserve längst verändert hat. Und weil wir heute oft mit 35 oder 40 aussehen und uns fühlen wie früher Frauen mit Ende 20, entsteht zusätzlich dieses Gefühl:

Ich bin doch noch jung. Ich habe noch Zeit.

Biologisch funktioniert unser Körper aber nicht nach unserem Spiegelbild.

Warum wissen wir darüber so wenig?

Genau das ist für mich eines der großen Probleme.

Viele Frauen erfahren erst dann etwas über ihre Eizellreserve, AMH-Werte oder Social Freezing, wenn Kinderwunsch plötzlich ein konkretes Thema wird.

Und dann kann aus einer freien Entscheidung sehr schnell eine Entscheidung unter Zeitdruck werden.

Der AMH-Wert kann einen Hinweis auf die Eizellreserve und die Funktion der Eierstöcke geben. Er ist aber kein allgemeiner „Fruchtbarkeitstest“ und kann allein nicht vorhersagen, ob oder wann eine Frau schwanger wird.

Aber er kann ein Puzzleteil sein.

Und ich finde: Frauen sollten überhaupt wissen, dass dieses Puzzleteil existiert.

Nicht erst dann, wenn sie mit 38, 40 oder 42 verzweifelt googeln:

„Bin ich jetzt zu spät?“

Wissen bedeutet nicht, dass du etwas tun musst

Das ist mir besonders wichtig.

Ich möchte keine 20-Jährige in Panik versetzen.

Ich möchte nicht sagen:

„Du musst jetzt sofort deine Eizellen einfrieren.“

Social Freezing ist eine Möglichkeit.

Keine Garantie.

Keine Versicherung auf ein Kind.

Und sicherlich nicht für jede Frau die richtige Entscheidung.

Aber Selbstbestimmung bedeutet für mich auch nicht, jede Möglichkeit nutzen zu müssen.

Selbstbestimmung bedeutet, die Möglichkeiten überhaupt zu kennen.

Denn nur dann kannst du entscheiden:

Möchte ich irgendwann Kinder?

Möchte ich noch warten?

Möchte ich vorsorgen?

Möchte ich meine Fruchtbarkeit einmal überprüfen lassen?

Oder möchte ich bewusst gar nichts tun?

All das darf eine selbstbestimmte Entscheidung sein.

Sarah Valentina Winkhaus sitzt in einem Sessel vor einem großen Wandbild

Ich wünsche mir Entscheidungen aus Freiheit – nicht aus Not

Ein Kinderwunscharzt hat einmal sinngemäß zu mir gesagt, dass er bei seinen eigenen Töchtern möchte, dass sie früh über ihre Möglichkeiten Bescheid wissen.

Warum?

Weil er jeden Tag Frauen und Paare sieht, die erst dann zu ihm kommen, wenn aus einem entspannten „irgendwann“ plötzlich ein sehr dringendes „jetzt“ geworden ist.

Wenn Zeit, Geld und emotionale Kraft bereits eine große Rolle spielen.

Genau das ist für mich der Punkt.

Ich wünsche mir, dass Frauen nicht erst aus einer Notlage heraus entscheiden müssen.

Sondern früher.

Mit Wissen.

Mit Ruhe.

Mit echten Optionen.

Deshalb dieses Bild mit der Oma, dem Käsekuchen und dem Geld.

Vielleicht sparen wir irgendwann nicht nur selbstverständlich für Führerschein, Studium oder Auslandsjahr.

Vielleicht gehört es irgendwann genauso selbstverständlich dazu, jungen Frauen Wissen über ihre Fruchtbarkeit mitzugeben.

Nicht, damit sie Angst bekommen.

Sondern damit sie später frei entscheiden können.

Ob, wann und wie sie Mutter werden möchten.

Und wenn du gerade denkst: Warum hat mir das eigentlich niemand früher gesagt?

Dann bist du damit nicht allein.

Entscheidend ist jetzt nicht, dich darüber zu ärgern, was du früher nicht wusstest.

Entscheidend ist:

Was möchtest du heute wissen, um deine nächsten Entscheidungen bewusst zu treffen?

Wenn du deine Möglichkeiten erst einmal sortieren möchtest, kannst du dir meinen kostenlosen Kinderwunsch-Wegweiser herunterladen.

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Und wenn du deine persönliche Situation nicht länger allein zwischen Google, Arztterminen und tausend offenen Fragen sortieren möchtest, kannst du dich für ein kostenfreies Erstgespräch zu meinem Mentoring bewerben. Wir klären darin bereits, welche Informationen dir fehlen und welcher nächste Schritt für dich wirklich sinnvoll ist.

Du musst heute nicht entscheiden, ob Social Freezing für dich richtig ist. Aber du solltest wissen, welche Information dir jetzt noch fehlt. Genau diesen ersten Schritt zur Klarheit gehen wir im Erstgespräch gemeinsam.

Das sortieren wir schon im Erstgespräch

  • Wo stehst du gerade?
  • Welche Frage ist im Moment wirklich relevant?
  • Was blockiert dich?
  • Was musst du jetzt wissen?
  • Welcher nächste Schritt ist für dich sinnvoll?

Erstgespräch anfragen

Hinweis: Meine Begleitung ersetzt keine ärztliche Diagnose oder medizinische Behandlung. Ich unterstütze Frauen dabei, Informationen einzuordnen, Fragen vorzubereiten, Möglichkeiten zu verstehen und selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen.

Denn Selbstbestimmung beginnt nicht damit, alles perfekt geplant zu haben. Sie beginnt damit, deine Möglichkeiten zu kennen.

Häufige Fragen

Der AMH-Wert kann Hinweise auf die Eizellreserve geben. Er sagt allein jedoch nicht sicher voraus, ob du auf natürlichem Weg schwanger wirst oder wie lange du fruchtbar bleibst. Für eine sinnvolle Einordnung gehört er in den medizinischen Gesamtkontext.

Die Eizellreserve beschreibt vereinfacht die noch vorhandene Anzahl an Eizellen beziehungsweise Follikeln. Sie ist ein wichtiger Teil der reproduktionsmedizinischen Einschätzung, aber nicht dasselbe wie die Qualität der Eizellen oder eine Garantie für eine Schwangerschaft.

Nein. Social Freezing kann Möglichkeiten für später schaffen, ist aber keine Versicherung auf ein Kind. Alter bei der Entnahme, Anzahl und Qualität der eingefrorenen Eizellen sowie weitere Faktoren beeinflussen die späteren Chancen.

Porträt von Sarah Valentina Winkhaus

Sarah Valentina Winkhaus
Journalistin, Moderatorin, Autorin und Single Mom by Choice. Mehr über mich und meinen Weg